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Samstag, 17. November 2018

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"Non, je ne regrette rien." Kaum zu glauben, dass am Sonntag, den 05. Februar 2017 ein junges Mädchen aus Hehlen im Wettbewerb "The Voice Kids" auf SAT 1 mit diesem Chanson Furore machen wird und damit vielleicht auch die nächste Runde erreichen wird. Zuzutrauen ist es der erst elfjährigen Sofie Thomas allemal, denn sie hat eine Stimme, die diesem Persönchen überhaupt nicht zuzutrauen ist.

Und sie trifft den Ton, als ob sie nie etwas anderes gesungen hätte und singt dieses Chanson auch noch mit einer eigenen, ganz leicht verfremdeten Interpretation, die Edith Piaf nicht besser hätte auf die Bühne bringen können.

 

Das Sofie Thomas eine unglaubliche Stimme hat und musikalisch hochbegabt ist, hatten lange zuvor schon andere entdeckt. Drei Jahre hat sie bereits im renommierten "Mädchenchor Hannover" gesungen, seit einem Jahr ist sie Mitglied des Kinderchors der Staatsoper in Hannover und wurde in die Vorklasse des Institus für Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter an der Musikhochschule in Hannover aufgenommen. Erstes Fach war eigentlich Geige, aber den Damen und Herren Professoren ist mittlerweile aufgegangen, dass da ein außerordentliches stimmliches Talent heranwächst, dass sich besser voll auf den Gesang konzentrieren und die Geige nur in zweiter Linie spielen soll.

 

Sofie's Stimmlage ist der Sopran, aber sie singt mühelos auch einen tiefen Alt von großem Volumen und schafft inzwischen locker mehr als zwei Oktaven bis zum hohen H. Und den Alt braucht sie auch, um die Piaf zu geben oder das "Hallelujah" von Leonard Cohen zu covern, bei dem sie sich von ihrem 14-jährigem Bruder David am Flügel begleiten lässt.

 

Musikalisch scheint das Geschwisterpaar fast unzertrennlich zu sein. David ist bei den Dreharbeiten für "The Voice Kids", wenn es auf der Bühne ernst wird, ebenso wie Mutter Inna Thomas backstage immer mit dabei. Was hinter der Bühne im Detail geschieht, darüber dürfen Sofie, David und Inna Thomas nicht reden. Das verbietet Ihnen der Vertrag mit der Agentur, die für den Wettbewerb verantwortlich zeichnet. Und natürlich dürfen sie auch nicht verraten, wie die Geschichte am Sonntagabend um 20.15 Uhr ausgeht. Auch wenn kaum vorstellbar ist, dass Mutter Inna ihre Tochter jetzt der Öffentlichkeit vorstellen würde, wenn sie als Verliererin von der SAT1-Bühne gehen müsste. Für die Zuschauer soll die Spannung des in den Niederlanden erfundenen Formats, dass es mittlerweile in mehr als 50 Ländern gibt, ganz sicher bis zum letzten Moment erhalten bleiben.

 

Unzertrennlich sind Sofie und ihr Brude David nicht nur bei "The Voice Kids" - auch in den heimischen Kirchen, bei Taufen, Hochzeiten und Gottesdiensten sind die beiden jungen Künstler mittlerweile regelmäßig musikalisch am Werk. Inna Thomas selbst ist seit fünf Jahren Organistin in den Kirchen von Krückeberg und Weibeck und auch Davidd hat bei Kreiskirchenkantorin Christiane Klein in Bodenwerder seinen "Orgelschein" gemacht und einen festen Platz an den Registern in Pegestorf und Grave. Legendär ist die Geschichte, die damals auch in der Dewezet berichtet wurde, als David im zarten Alter von sechs Jahren anstelle seiner Mutter bei einem Gottesdienst die Orgel spielte, weil Inna Thomas die Noten vergessen hatte. "Das kann ich auswendig", habe der Junge damals gesagt und sein großes Talent auch sofort unter Beweis gestellt. "Kein Wunder", sagt Inna Thomas, "die Kinder waren ja immer mit dabei, wenn ich gespielt habe und David hat alles ganz genau beobachtet. Aber verblüffend war es schon."

 

inzwischen ist die Verblüffung eher in Bewunderung gewichen, wenn das Geschwisterpaar wieder einmal einen Gottesdienst bereichert - David an der Orgel, Sofie mit Gesangsstücken zur kirchlichen Liturgie. "Und wenn ich mal aus gesundheitlichen Gründen einen Gottesdienst auslassen muss, dann ist es für die beiden selbstverständlich, dass sie mich vertreten", berichet Inna Thomas, und Sofie und David nicken bescheiden dazu. Und wenn die im Jahr 1992 aus Sibirien nach Deutschland gekommene Inna nicht ein bisschen mehr aus dem familiären Nähkästen plaudern würde, hätte David wohl selbst nicht erzählt, dass er bereits an der Musikhochschule Hannover die Hochbegabten-Förderung genießt - im ersten Fach mit dem Klavier, im zweiten Fach spielt er Geige.

 

Musik scheint ganz in der Familie zu liegen. "Mein Vater hatte zehn Geschwister", berichtet Inna Thomas, "und alle waren musikalisch. Musik hat immer zu unserem Leben gehört." Und so verwundert es auch nicht, dass David in seiner Freizeit nicht Fußball spielt, sondern gerade beginnt, selbst Songs zu schreiben, und Sofie gerne malt. Sie haben eben eine künstlerische Ader.

 

Würde man heute Kinder ihres Alters fragen, wer denn Edith Piaf gewesen sei, würde man vermutlich kaum je die richtige Antwort erhalten. Sofie aber hatte das Glück, schon morgens zum Frühstück mit den Chansons aus Frankreich in Berührung zu kommen. "Meine Mama ist ein Fan von französischer Musik", erzählt das Mädchen. "Und ich bin es inzwischen auch. Deshalb habe ich mir dieses Chanson ausgewählt." Aber ihr Repertoire reicht inzwischen weit darüber hinaus. Von Leonard Cohens "Hallelujah" war schon die Rede, aber sie singt auch Bette Middlers "The Rose" oder "Fighter" und "Any-where but here" von Christina Aguilera. "Je vole" von der Französin Louane, "Maybe I, Maybe you" von den Skorpions und natürlich auch ein Stück aus der russischen Heimat: "Ljubov Nastala" oder "Santa Lucia" und, und, und.

 

Seit Mai 2016 hat sich die Elfjährige auf den Wettbewerb bei Sat1 vorbereitet. Ein Video musste digital aufgenommen, das Casting durchgestanden und die Schule parallel bewältigt werden. Denn die Dreharbeiten sind samt Proben mit der Band, Interview-Terminen, Arbeit in der Maske und am Styling nicht so nebenbei zu schaffen. Von ihrer Schule, dem Hamelner Vikilu, in dem David ebenso wie seine Schwester eine Musikklasse besucht, muss jeder einzelne Termin genehmigt werden. Der Lernstoff, der ihr für die Zeit der Wettbewerbstage mitgegeben oder auch mal per Email zugeschickt wird, muss genauso geschafft werden wie die Ausbildungszeiten an der Musikhochschule in Hannover. Das dies für die Noten nicht immer unbedingt förderlich ist, versteht sich fast von selbst. "Da ist noch Luft nach oben", erklärt die Mutter mit kritischem Blick. "Der Ehrgeiz darf nicht nur der Musik gelten. Die Leistungen in der Schule müssen immer sicher geschafft werden, sonst rutscht man leicht mal ab".

 

Eine Probe ihres Könnens ist übrigens schon jetzt auf der Homepage unter der Adresse www.sat1.de/tv/the-voice-kids in einer Länge von fünf Minuten und 38 Sekunden zu hören und zu bewundern ist. Am Sonntag Abend werden dann viele Menschen Sofie Thomas bei ihrem Auftritt die Daumen drücken, damit sie weiter- und damit vielleicht auch ihrem Ziel, einmal Profisängerin zu werden, einen großen Schritt näher kommt.

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