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Samstag, 19. Januar 2019

Mit dem Ausbau der Mühlenstraße wird nach Ostern begonnen / Mittel für Dorferneuerung fließen

 

Planer Dr. Christoph Schwahn nennt es einen Dorferneuerungs-Glücksfall für Hehlen:

Planer Dr. Christoph Schwahn nennt es einen Dorferneuerungs-Glücksfall für Hehlen: Bei der Sanierung der Mühlenstraße, die nach Ostern beginnen soll, fallen gleich mehrere Baumaßnahmen in die 50-Prozent-Förderung des Amtes für Landentwicklung Hannover; und mehr noch: Am 15. Februar ist die Maßnahme zur Dorferneuerung in die oberste Förderpriorität gerückt. Nach langen Vorplanungen kann es also nun losgehen in der Hehlener Mühlenstraße.

DorferneuerungRahmen der öffentlichen Bauausschusssitzung der Gemeinde Hehlen waren jetzt Anlieger, Mitglieder des Arbeitskreises Dorferneuerung und Interessierte eingeladen, um über die Ausbaumaßnahme an der Mühlenstraße informiert zu werden. In Brökeln, wo bereits vor Kurzem eine Dorfsanierung - ebenfalls unter der Regie des Planungsbüros Schwahn - stattgefunden hat, stellte der Göttinger Architekt die Pflasterung, Möblierung und Beleuchtung vor, die auch beim Hehlener Ausbau ins Auge gefasst ist. Bereits hier hatten die Anlieger die Möglichkeit, ihre Meinungen und Wünsche einzubringen. Eine Praxis, die auch im Laufe des Ausbaus der Mühlenstraße beibehalten werden soll, wie Planer Schwahn ankündigte: Für die Anlieger soll es bis zum Bauende im August immer eine wöchentliche Baubesprechung geben.

DorferneuerungIn der anschließenden Bauausschusssitzung, die im Gasthaus Wesertal stattfand, gab Hehlens Bürgermeister Harald Jacob einen Überblick über die Historie dieser Dorferneuerungsmaßnahme: 2008 unter Beteiligung des Arbeitskreises Dorferneuerung Daspe-Hehlen begonnen, stellte sich nach statischen Untersuchungen 2010 heraus, dass am Mühlengraben Einsturzgefahr besteht: Die Straße wurde daraufhin für den Schwerlastverkehr gesperrt. 2011 wurde nach einer Verkehrsschau beschlossen, die Mühlenstraße wegen ihrer Enge und der daraus resultierenden Gefahr für Fußgänger zur verkehrsberuhigten Zone zu machen. Untersuchungen ergaben, dass auch die Brücke an der Schulstraße sanierungsbedürftig ist. Das Sanierungskonzept in der Mühlenstraße sieht nun so aus, dass nach Ostern mit der Maßnahme begonnen werden soll. Planer Schwahn erklärte, dass beim Ausbau zur verkehrsberuhigten Straße kein separater Gehweg angelegt werden soll. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass für die Straße gesonderter Parkraum ausgewiesen werden muss. Das soll auf dem Grundstück des sogenannten „Edler-Hauses" an der Ecke „Im Hagen" geschehen.

Das ehemalige Haus einer jüdischen Kaufmannsfamilie steht schon lange Zeit leer. Im Vorjahr wurde es von den Erben für einen symbolischen Preis von einem Euro der Gemeinde Hehlen übergeben und soll nun für die Anlage eines Parkplatzes abgerissen werden. Auch zu den Abrisskosten von rund 30 000 Euro gibt es einen Dorferneuerungszuschuss.

DorferneuerungsprogrammZur Erinnerung an Hehlens einstige jüdischen Kaufleute und Mitbürger, die im NS-Regime verfolgt wurden, soll am Parkplatz ein Gedenkstein mit Schrifttafeln errichtet werden.

Nach dem Aufnehmen der alten Straßenoberfläche, so der Planer, sind bis Mitte Juli dann erst einmal Ingenieur-Baumaßnahmen angesagt: So soll der Baukörper und die unter der Straße hindurchführende Verrohrung des Mühlgrabens saniert, das alte Turbinenhaus abgerissen und dafür der alte Wasserlauf eventuell mit Mühlradneubau - wieder freigelegt werden. Mitte Juni wird dann mit dem eigentlichen Straßenausbau begonnen, der voraussichtlich Ende August abgeschlossen sein soll. Um den Verkehrsfluss zu beruhigen, wird nach den Planungen die Fahrbahnbreite auf vier Meter reduziert, die Einfahrt vom Hagen in die Mühlenstraße mit Baumanpflanzungen optisch verengt.

Ein Glücksfall für Hehlen, so Dr. Schwahn, ist die Tatsche, dass das Amt für Landesentwicklung auch die Sanierung der Fußgängerbrücke zwischen Bröckeier Straße und Schulstraße noch mit in die Förderung aufgenommen hat. So kann das marode historische Bauwerk originalgetreu als Gewölbebrücke wiederhergestellt werden.

Als Kosten für die Gesamtmaßnahme wurden 473 000 Euro veranschlagt. „Mit dem Submissionsergebnis von 381 000 Euro liegen wir derzeit deutlich niedriger", freut sich Schwahn derzeit.

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