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Das schnelle Internet ist nur noch eine Frage überschaubarer Zeit / Und die Bergdörfer?

 

Kaum hat der kleine Bagger ein Stück entlang der Bundesstraße 83 rund 1,30 Meter tief ausgebaggert, werden die Leerrohre verlegt, und der zweite kleine Bagger schließt den Graben wieder. Sofort sind die Mitarbeiter des Tiefbau-Unternehmens Ebeling aus Sachsen-Anhalt mit Schaufel und Besen zur Stelle und reinigen den Seitenstreifen der Bundesstraße wieder.

Verlegung der Breitbandkabel Tobias Ebeling, Chef des Tiefbauunternehmens, rechnet damit, in rund drei Wochen mit den Erdarbeiten fertig zu sein. Grund der Baggerarbeiten: Die Gemeinde Hehlen bekommt ein „schnelleres Internet". Seit Frühjahr laufen im Landkreis Holzminden mehrere Baumaßnahmen für den „Breitband-Cluster Niedersachsen Süd" von der Deutschen Telekom. Diese will die sogenannten „weißen Flecken" schließen. 56000 Haushalte in Südniedersachsen sollen so bedacht werden, wofür das Unternehmen mehr als 19 Millionen Euro investiert. Das Land Niedersachsen steuert weitere 10 Millionen Euro bei. Und dass aus dem Topf „Weserberglandplan" - eine Kooperation zwischen Landkreis, Samt- und Einheitsgemeinden - seit 2010 rund 155.000 Euro in diese Breitbandförderung geflossen sind, das weiß Fabian Wais. Er ist Koordinator der Geschäftsstelle Breitbandaktivitäten beim Landkreis Holzminden. „In Hehlen werden wir rund 400 Kunden mit Breitbandanschlüssen per Festnetz mit bis zu 16 MBit/s und weitere 150 Kunden mit Breitbandanschlüssen per Mobilfunk mit bis zu 21,6 MBit/s versorgen", erklärt Dr. Lorenz Steinke von der Deutschen Telekom in Hamburg auf Anfrage. Insgesamt fünf Verteilerknoten wird es in dem geplanten Ausbaugebiet geben. Diese Verteilerknoten - graue Schränke - stehen bereits in Hehlen und werden demnächst mit einem Kran an dem jeweiligen Standort aufgestellt.

1,30 m tief wird gebaggertHehlens Bürgermeister Harald Jacob freut sich, dass für die Bürger in seiner Gemeinde die Zeit der „lahmen Leitung" bald vorbei sein wird. „Laut Aussage der Telekom werden Hehlen und Daspe komplett angeschlossen", so Jacob. Ob die schnelle Leitung allerdings auch noch bis Hohe und Brökeln reicht, das müsse laut Telekom noch geklärt werden - hier spielen die dann noch zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel eine Rolle. „Momentan ist noch kein Ausbau für die beiden Bergdörfer vorgesehen", so Wais. Er erläutert, dass die Telekom im Rahmen der Förderung verpflichtet sei, nur zwei Drittel von jedem weißen Fleck zu erschließen. Sind die gesamten Arbeiten abgeschlossen, will der Koordinator schauen, „welche Orte übrig geblieben sind" und versuchen, Fördermittel zu akquirieren, und zwar für den neuen Mobilfunkstandard „LTE" (Long Term Evolution). Auf jeden Fall muss das Vorhaben „Breitband-Cluster-Südniedersachsen" bis zum Jahresende abgeschlossen sein, denn dann laufen die Fördermittel aus.

Sind die Leerrohre verlegt, die Verteilerkästen aufgestellt und das Glasfaserkabel durchgeschossen, dann dürfen die Bürger in Hehlen und Daspe bald schneller im Internet surfen können. „Laut Telekom ist die Fertigstellung in der Gemeinde Hehlen spätestens im November geplant", erklärt Koordinator Fabian Wais.