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Neuer Pastor ins Amt eingerührt

Das Gotteshaus ist bis unter das Dach voll

an diesem sonnigen Juli-Sonntag, und Parkplätze rund um die Immanuel-Kirche in Hehlen sind Mangelware.

Niemand will diesen Gottesdienst verpassen. Pünktlich um 14 Uhr haben sich viele Menschen in der kleinen Kirche eingefunden, und dann kommt er endlich, der Hauptakteur des Tages, auf den die Gemeinde gewartet hat: Peter Dortmund, 49 Jahre alt, Pastor und neuer Ortspfarrer in Hehlen, betritt die Kirche, begleitet von Kollegen und Kirchenvorständen, und die Menschen erheben sich: Einmal, weil das so Sitte ist, aber im Grunde eben auch, weil die Sicht von den oberen Plätzen dann viel besser ist, schließlich will man ihn nun auch mal selbst sehen, den neuen Pastor.

Pastor Peter Dortmund und Gattin Irina Grobecker vor dem Pfarrhaus in HehlenDie meisten kennen Dortmunds Gesicht aus Zeitung und Kirchenbrief, aber jetzt ist er endlich „live" zu sehen und wird von Superintendent Ulrich Wöhler in einem feierlichen Gottesdienst in sein neues Amt an der Weser eingeführt. Der Pastor arbeitet gern „auf dem Dorf, sagt er. Nicht umsonst hat er sich auf die vakante Stelle in Hehlen beworben. Er stammt aus der Gegend um Alfeld, ist dort zur Schule gegangen und hat in Göttingen studiert. Nach seinem Vikäriat Anfang 1990 trat er in einer Dorfgemeinde bei Northeim seine erste Pfarrstelle an. Seit August 1999 arbeitete er in Osterode-Lasfelde und betreute dort zwei Dörfer. Dortmund hat vier erwachsene Kinder, die bereits das Elternhaus verlassen haben und ist daher mit seiner Ehefrau Irina Grobecker allein in das Pfarrhaus „Am Thie 4" eingezogen. Vor dem Einzug standen verschieden Sanierungs- und Umbauarbeiten an, und „zunächst wohnten wir quasi noch mit Handwerkern im Haus", erzählt Dortmund grinsend und Gattin Irina fügt lächelnd hinzu, „das war aber sehr nett, oft haben sie uns morgens sogar Brötchen mitgebracht". Der Einzug ins neue Haus ist also rein menschlich betrachtet schon mal gelungen, sind sich beide einig. „Und wenn der Rest der Gemeinde nur halb so nett ist, werden wir bestimmt eine sehr schöne Zeit hier haben", ist sich Dortmund sicher.

Der junge Pastor folgt Kurt-Ulrich Blomberg nach, der 35 Jahre lang seinen Dienst in der Gemeinde Hehlen versah und seinen Kollegen am Einführungstag mit guten Wünschen bedachte, ebenso wie verschiedene Vertreter aus Vereinen, Verbänden, Politik und Gesellschaft. Sogar eine „Dortmund-Fantorte" erhielt der neue Pfarrer und zwar vom katholischen Kollegen Michael Kreye aus Bodenwerder, nicht ohne den augenzwinkernden Hinweis: „Teilen verdoppelt die Freude, Herr Kollege."

Dortmund verlässt die Gemeinde in Osterode am Harz auf eigenen Wunsch, denn „für die Arbeit als Pastor halte ich es für sinnvoll, sich nach einem Zeitraum von etwa zehn bis fünfzehn Jahren zu verändern und auf einen neue Gemeindesituation, andere Menschen, Traditionen und Aufgabenfelder einzulassen." Neu wird für ihn dabei die Betreuung des kirchlichen Kindergartens sein, und er freut sich auch auf diese Aufgabe und die spannende Zeit, aie vor ihm liegt.

Dabei ist er, der heute zum Empfang bei Kaffee und Kuchen geladen hat, deutlich im Nachteil: Alle kennen ihn, er jedoch kennt die wenigsten unter den Anwesenden. Dabei sind sie ihm sichtlich zugetan, denn Dortmund hat mit seiner ersten Predigt sehr überzeugt. Er versteht es offenbar, die Menschen zum Zuhören zu bewegen. Überhaupt wirkt das Ehepaar fröhlich und offen. Es weht also neuer, frischer Wind im Pfarrhaus und die Gemeindemitglieder dürfen gespannt sein auf die Arbeit mit Peter Dortmund, der zum Schluss tatsächlich auch seine Fan-Torte teilt; mit der Gemeinde und mit Pfarrer Kreye.