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Zwei Kampfsportler üben mit Schülern Selbstverteidigung in Problemsituationen

Es ist der Albtraum aller Eltern: Auf dem Schulweg hält ein Auto neben Peter (Name geändert). Ein Mann öffnet die Fahrertür und verwickelt den Neunjährigen in ein Gespräch. Peter tritt näher an das Auto heran und in Sekundenschnelle wird er kopfüber in den Wagen gezogen. Die Situation auf dem Gelände der Hehlener Schule war vorbereitet und ist nur gestellt, Schüler Peter ist trotzdem schockiert und blass: „So schnell geht das!“ Eine Chance auf Gegenwehr hatte der Junge nicht.

Selbstverteidigung_gegen_koerperliche_UebergriffeIm Rahmen eines Gewaltpräventionsprojekt, um das sich der schuleigene Förderverein bemüht hatte, besuchten Karsten Hilker und Michael Wehmann aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont die Kinder der 3. und 4. Klasse und ihre Lehrerin Barbara Dornette in Hehlen. Im Hauptberuf Justizvollzugsbeamte kooperieren die beiden Kampfsportler freiberuflich seit 2007 in Sachen Gewaltprävention. „Wir besuchen auch Schulen und arbeiten mit den Kindern einen Vormittag lang zum Thema Gewalt.“

Das Konzept ist dann auf die jeweilige Altersgruppe und spezielle Problemsituationen ausgelegt. Zunächst gibt es einen theoretischen Ansatz. „Wir besprechen mit den Schülern noch einmal den Unterschied zwischen körperlicher und seelischer Gewalt, zeigen ihnen, was Selbstbehauptung bedeutet und erklären den Begriff „Notwehr“, so Wehmann. Danach geht es in die Praxis. Die beiden Kampfsportler treffen den richtigen Ton und die Schüler sind mit Begeisterung dabei. Feste Stimme, aufrechte Haltung und Körperspannung: Hilker und Wehmann üben mit jedem einzelnen ein sicheres Auftreten. Sie nennen das „Ich-Stärkung“.

Aus Auto heraus ansprechen„Es ist wichtig, selbstbewusst zu sein und sich behaupten zu können, wenn die persönliche Grenze überschritten wird“, erklärt Hilker. „Kommt es tatsächlich zu einem unvermeidlichen tätlichen Übergriff, insbesondere von Erwachsenen, muss das Kind zudem in der Lage sein, seine Hemmschwelle zu überwinden und sich zu wehren.“ Die beiden Männer zeigen und üben verschiedene Formen der Selbstverteidigung und legen dabei Wert auf Situationstraining. Sie sprechen die Kinder laut und provokant an, die Schüler sollen umsetzen was sie gelernt haben.

Den Schlusspunkt der Veranstaltung bildet die Situation „aus dem Auto angesprochen werden“. Grundsätzlich ist den Kindern auch ohne spezielles Training klar: ich darf mich nicht ansprechen lassen! Trotzdem lassen sich die meisten in ein Gespräch verwickeln. Am Ende ist es Hilker trotz Vorübungen möglich, 12 von 27 Kindern blitzschnell ins Auto zu ziehen.

Eine erschreckende Bilanz, die zeigt wie wichtig das Thema für Kinder und Eltern ist und wie viel Trainingsbedarf es gibt.

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