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Grubenbetreiber haben ernsthaftes Interesse angemeldet / Rat Hehlen stimmt dennoch für Anteilsverkauf

Gibt es nun doch noch eine Zukunft für die seit Jahren vor sich hinrottenden Gleise der Vorwohle-Emmerthaler Verkehrsbetriebe? Wenn ja, wird sich das frühestens bei der nächsten Gesellschafterversammlung der GmbH herausstellen, die für Mittwoch, 19. März, anberaumt ist. Und wenn ja, dann wird es eine Zukunft der Bahnstrecke ohne die Gemeinde Hehlen sein. Denn Hehlens Rat hat in jüngster Sitzung bei einer Gegenstimme des Ratsherrn Eckhard Gömann dafür gestimmt, die Morbide Idylle am Hehlener BahnhofVEV-Anteile der Gemeinde zu verkaufen. Wie Bürgermeister Harald Jacob zuvor erklärt hatte, sehe er keine Gründe, die 80 VEV-Anteile der Gemeinde zu behalten. Man sollte sie intelligenterweise verkaufen, um die Kommune nicht noch mit Kosten zu belasten, zu denen man bei einem möglichen Rückbau der Strecke als Anteilseigner mit herangezogen werden könnte. Hehlen ist neben Kemnade und dem Landkreis Holzminden ohnehin einer der drei letzten kommunalen Anteilseigner an der VEV. Alle anderen Gemeinden haben ihre Anteile mittlerweile abgestoßen. Als Käufer ist bislang besonders der Ratzeburger Unternehmer Oliver Victor aufgetreten, der die tote Schienenstrecke im Lennetal ab Linse nutzt. Und der, so Jacob, habe auch schon mal Interesse an den Hehlener VEV-Anteilen signalisiert.

Neue Bewegung hinsichtlich des alten Schienenstrangs ist jetzt aber durch eine Interes­senbekundung seitens der Kies­grubenbetreiber in der Weser­niederung zwischen Hehlen und Bodenwerder gekommen: Sie haben ernsthaftes Interesse angemeldet, die alte Bahntrasse von Hehlen bis Emmerthal für den Kiestransport zu nutzen. Dieser wird derzeit noch über Lkw abgewickelt. Und dieser Umstand sorgte jetzt sowohl in Hehlens Rat als auch bei derMorbide Idylle am Hehlener Bahnhof VEV-Gesellschafterversammlung, die für vergangenen Mitt­woch angesetzt war, für einige Irritation. So gab Hehlens Rats­herr Gömann zu bedenken, sich als Gemeinde nicht über­eilt von den unter den neuen Aspekten möglicherweise noch einmal gewinnbringenden VEV-Anteilen zu trennen; man solle lieber erst die Entschei­dung der VEV-Gesellschafterversammlung abwarten. Heh­lens Ratsmehrheit plädierte je­doch dafür, zu verkaufen: Die Gemeinde dürfe kein Spekulati­onsrisiko eingehen, immerhin halte sich die Gesellschafterver­sammlung auch eine mögliche Liquidation der VEV offen.

Die Sitzung der VEV-Gesellschafterversammlung am Mitt­woch dauerte dann übrigens nur knappe 5 Minuten. „Ange­sichts neuer Interessentenlagen wurde die Sitzung um drei Wo­chen vertagt, um die neueste Entwicklung abzuwarten", gab VEV-Aufsichtsratsvorsitzender Joachim Lienig bekannt.